Stadtteilspaziergang Amperauen

Zu ihrem vierten Ortsteilspaziergang trafen sich die Moosburger Grünen diesmal am Bahnhof. Ortsvorsitzende Verena Kuch konnte nicht nur die gesamte grüne Stadtratsfraktion, Landtagsabgeordneten Johannes Becher  und mehrere Stadtratskandidatinnen und Kandidaten begrüßen, sondern auch diesmal wieder zahlreiche interessierte Bürgerinnen.

Bürgermeisterkandidat Michael Stanglmaier, selbst seit über 35 Jahren Bahnpendler nach München und somit „Stammkunde“ des Bahnhofs erläuterte die aktuelle Situation nach dem Kauf des Bahnhofsgebäudes durch die Stadt und bemängelte, dass die Ergebnisse der von der Stadt beauftragten Untersuchung bisher den Stadträten nicht zur Verfügung gestellt worden seien. Für die Grünen ginge es jetzt darum, das Gebäude so zu sanieren, dass es sowohl funktional als auch gestalterische ein Aushängeschild für Moosburg werde. Wichtig seien die barrierefreie Gestaltung, ein Aufenthaltsraum mit digitaler Zug- und Busstandsanzeige, ein Cafe mit Bedarf für die Bahnnutzer, der langfristige Erhalt der Verkaufsstelle, WLAN am Bahnhofsgelände und eine Überdachung des Gebäudevorfelds für die Busgäste. Das habe auch eine Online-Befragung der Grünen ergeben.

Zügig müsse die Stadt auch die Verlängerung der Füßgängerunterführung auf die andere Gleisseite angehen. Immer mehr Menschen wohnten westlich der Bahngleise und für die sei aufgrund der langen Schließzeiten des Bahnübergangs diese Unterführung dringend notwendig. Außerdem könnten dort auch die dringend notwendigen neuen Fahrradabstellplätze errichtet werden.

Nach der Beantwortung zahlreicher Fragen  ging es weiter zum Onkel Anto Gemeinschaftsgarten, den Verena Kuch den interessierten Zuhörern vorstellte. Angelegt  wurde der Garten 2018, unterstützt von Tante Emma Verein und der Stadt Moosburg.  Moosburger Bürgerinnen und Bürger, die keinen eigenen Garten hätten, könnten hier gemeinsam Gemüse anbauen. Sogar Hopfen werde angebaut und 2019 wurde erstmals ein Moosburger Bier gebraut.

Mit  der Erweiterung der Füßgängerunterführung auf die andere Gleisseite, müsse der Gemeinschaftsgarten allerdings weichen. Stanglmaier war überzeugt, dass sich aber ein neues geeignetes Grundstück finden ließe. Für ihn  sei es als Bürgermeister selbstverständlich, hier den Verein zu unterstützen. Er könnte sich auch vorstellen, dass  an mehreren Standorten in Moosburg solche Gemeinschaftsgärten entstehen könnten. Der Bedarf nach Gemeinschaftsgärten würde in Zukunft eher zunehmen.

Anschließend wurden mehrere Vorhaben zur Nachverdichtung in der Stellwerkstraße besichtigt, die Tscharli Wagner und Evelin Altenbeck erläuterten. Nach Meinung der Grünen sei hier die neue Bebauung viel zu massiv und Nachbarbelange würden ebenfalls nicht berücksichtigt, so Evelin Altenbeck. Deswegen habe die Grüne Stadtratsfraktion im Herbst die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Stellwerkstraße beantragt, der aber von der Mehrheit des Stadtrates abgelehnt worden sei. Nachverdichtung sein notwendig und sinnvoll, dürfe aber nicht so massiv ausfallen wie häufig beantragt und vom Stadtrat genehmigt. Nur mit B-Plänen ließe sich Nachverdichtung und hohe Wohnqualität vereinbaren.

Anschließend ging es weiter zum Baugebiet in den Amperauen, dass Michael Stanglmaier und Johannes Becher erläuterten. Extrem wichtig sei es für die Grünen gewesen, dass dort ein Sozialmodell verwirklicht werde. Da dabei nicht nur Zahl der Kinder, Einkommen und Vermögen, sondert auch der Wohnort eine zentrale Rolle spiele, sei es faktisch ein Einheimischen Modell. Damit könne Moosburger Bauwilligen Bauland deutlich unter den marktüblichen Preisen angeboten werden. Ein Drittel der Baugrundstücke würde über dieses Sozialmodell vergeben. Zum Ausgleich sei ein Drittel der Grundstücke versteigert worden. Die Stadt sei auch auf Einnahmen angewiesen um die Folgekosten wie neue Kinderkrippen, Kindergärten oder einen dritten Schulstandort finanzieren zu können. Entscheidend sei es für die Grünen auch gewesen, so Stanglmaier, dass in den Amperauen auch sozialer Wohnungsbau errichtet werde und zwar durch die Stadt selbst, nicht durch einen Investor. So bleiben die Fördermittel des Bundes in öffentlicher Hand. Würde der soziale Wohnungsbau durch einen Privatinvestor betrieben, so Johannes Becher ergänzend, erlösche nach 25 Jahren die Sozialbindung und die Wohnung könnten auf dem deutlich teureren freien Markt angeboten werden. Auch in neuen Baugebeiten müsse sozialer Wohnungsbau durch die Stadt betrieben werden.

Nach intensiven Diskussionen über die verkehrliche Erschließung, soziale Bodenpolitik, ausreichend Grünzüge in den Amperauen wurde die Veranstaltung genutzt und Viele der Teilnehmer nutzten das warme Wetter zu einem längeren gemeinsamen Spaziergang.

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