Kontakt Impressum Druckdarstellung
ZUSAMMEN FÜR EINE LEBENSWERTE WELT 
www.gruene-moosburg.de

Wege aus der Finanzkrise

Bundestagsabgeordneter Dr. Thomas Gambke spricht bei den Moosburger Grünen zur Euro-Krise

Am 8. Dezember hielt Dr. Thomas Gambke im Gasthaus „Zur Lände“ in Moosburg einen Vortrag über die Euro-Krise. Der Sprecher des grünen Ortsverbandes und Stadtrat von Moosburg Dr. Michael Stanglmaier hatte in der Einleitung auf die große Unsicherheit in der Bevölkerung zum Thema hingewiesen und begrüßt, dass mit Thomas Gambke, Mitglied des Bundestags ein Experte aus dem Finanzausschuss des Deutschen Bundestages für den Vortrag gewonnen werden konnte.

Das Grundproblem wäre der Finanzmarkt, so Gambke. Mit einigen Fakten belegte er das schnelle und unregulierte Wachstum der Finanzbranche, die den Bezug zur Realwirtschaft verloren hätte. Verschärft würde die Situation durch die europäischen Staatsschulden, die erheblich durch die staatlichen Rettungsmaßnahmen für Banken nach der Finanzkrise und den Konjunkturprogrammen zur Überwindung der Wirtschaftskrise erhöht wurden. Die Akteure des Finanzmarktes hätten daraufhin das Vertrauen in den Euro verloren und würden schlicht kein Geld mehr in Staatsanleihen kriselnder Länder investieren. „Wir stehen sehr dicht am Abgrund. Das ist schwer zu begreifen, weil wir ihn in Deutschland noch nicht sehen“, so Gambke.

Zur Überwindung der aktuellen Probleme müssten nach Thomas Gambke verschiedene Bereiche konsequent angegangen werden. Zunächst sollten die Schulden in Europa durch einen europäischen Schuldenfonds zurückgeführt werden. Einen Vorschlag dazu hatte der Sachverständigenrat der Bundesregierung gemacht. Gambke äußerte große Enttäuschung dass die Bundesregierung hier nicht tätig wird. „Weder die Kanzlerin noch die Regierungsfraktionen haben bisher die Vorstellungen der Sachverständigen auch nur zur Kenntnis genommen“, kritisierte Gambke. „Das ständige Zögern der Kanzlerin hat die Krise weiter verschärft und einige Milliarden Euro gekostet“, so Gambke.

Auch die öffentlichen Haushalte der Bundesrepublik und ihrer Bundesländer und Kommunen müssten saniert werden. „Das Bundesland Berlin z.B. hat in etwa die gleiche pro Kopf Verschuldung wie Griechenland“, so Gambke. „Auch wir müssen unsere Hausaufgaben erledigen, und das sage ich als Bewohner der am höchsten verschuldeten Stadt in Bayern, nämlich Landshut“, so Gambke weiter. Kontraproduktiv und absurd wären da die geplanten Steuersenkungen der Koalition. Wichtig wäre zudem, dass der Finanzmarkt stärker reguliert werde. Einige Derivate sollten komplett verboten werden und durch eine Finanztransaktionssteuer sollte der Hochfrequenzhandel eingeschränkt werden.

Gambke und Stanglmaier waren sich einig, dass Europa wichtig für die Bundesrepublik ist. „Europa steht für weit mehr als den Euro und ist es wert dafür zu kämpfen“, so Stanglmaier. Gambke pflichtete ihm bei: „Europa steht für Frieden und Zusammenarbeit.“ Diese Dinge gelte es zu bewahren.