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AM 24.09.17 BEIDE STIMMEN FÜR GRÜN 
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Nachhaltige Stadtentwicklung

Der GRÜNE Bürgermeister Benedikt Bisping aus Lauf an der Pegnitz spricht am 20.09.2011 in Moosburg über nachhaltige Stadtentwicklung

Ortsvorstand Michael Stanglmaier betont in seiner Einführung, dass das Konzept einer autogerechten Innenstadt gestorben sei. Immer mehr Planer und auch Politiker würden dies auch erkennen und gegensteuern. Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK), wie es derzeit auch in Moosburg gestartet worden sei, könne dafür ein wichtiges Werkzeug sein.

Dabei sei es hilfreich, nicht zu versuchen, das Rad neu zu erfinden, sondern zu schauen, welche Erfahrungen andere Kommunen bereits gemacht haben. Dazu haben die GRÜNEN einen hochkarätigen Referenten eingeladen. Benedikt Bisping, von Beruf Kaufmann, ist seit 2008 Bürgermeister der 27.000 Einwohnerstadt Lauf a. d. Pegnitz und im Vorstand des Bayerischen Städtetages.

In Lauf wurde bereits 2008 mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung begonnen, so Bisping. Nachhaltigkeit erstrecke sich für ihn aber nicht nur auf die Ökologie, sondern auch die Ökonomie und den sozialen Bereich. Deswegen habe die soziale Stadtentwicklung in Lauf einen besonderen Stellenwert. So seien in seinen ersten beiden Amtsjahren 4 Kinderkrippen eröffnet worden. Auf Wunsch der Eltern gebe es dort auch 100% Biokost. Auch im Bildungsbereich seien viele Maßnahmen verwirklicht worden, darunter eine gebundene Ganztagesschule, eine Montessori- FOS, Inklusionsschule, Kooperationsmodelle oder eine qualifizierte Mittagsbetreuung. Er selbst gehe mehrmals im Jahr in die Schulen um mit Kindern zu kochen. In allen 13 Ortsteilen würden Kinderspielplätze errichtet. Den besonderen Stellenwert der Bildung in Lauf sehe man auch daran, dass 35% der städtischen Haushaltsmittel für Bildung aufgewendet werden würden. Weitere Bausteine der sozialen Stadt Lauf seien ein Neubürger- und Neueingebürgertenempfang, Seniorenspaziergänge mit dem Bürgermeister, oder die Informationsfreiheitssatzung. Darüber hinaus würden auch die Sitzungsprotokolle ins Internet gestellt.

Bisping betonte nachdrücklich, dass die Bürger und Bürgerinnen einen besonderen Stellenwert einer nachhaltigen und modernen Stadtentwicklung hätten. Sie seien der wertvollste Schatz einer Kommune, die man deswegen in Lauf auf vielfältige Weise in die Stadtentwicklung einzubeziehen versuche. Bei Fragebogen geben es nicht nur Kreuzchen zu verteilen, sondern auch offenen Fragen und Platz für Anregungen. Eine Zukunftswerkstatt, ohne Beteiligung der Kommunalpolitiker, habe als eindeutigen Wunsch der Bürger einen autofreien Marktplatz ergeben. Auch für den Ausbau des städtischen Bussystems wurden alle Bürger aufgerufen Anregungen und Vorschläge einzubringen. Auch arbeite man an der Verbesserung des Bahnanschlusses.

Auch der zunehmenden Bedeutung des Fahrradverkehrs und des Radtourismus werde in Lauf Rechnung getragen, alle Ortsteile seien an das Radwegenetz angeschlossen, die Fernradwanderwege würden jetzt über den Marktplatz geleitet. Darüber hinaus sei Lauf Mitinitiator der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern gewesen.

Im Bereich der Energiewende sei Lauf Vorbildkommune. Stadtrat und Bürger hätten sich zum Ziel gesetzt bis 2030 den Energieverbrauch zu 100% aus erneuerbaren Energien zu decken, auch im Industrie- und Verkehrsbereich, wie Bisping auf Nachfrage bestätigte. Die Laufer Stadtwerke böten Ökostrom (Energreen) an, es gebe ein umfangreiches städtisches Förderprogramm, u. a. für Altbausanierung, bei Sanierung der eigenen Liegenschaften müsste beim Energieverbrauch die Grenzwerte der für Neubauten geltenden Energieeinsparverordnung 2009 um 30 Prozent unterschritten werden, zudem habe die Stadt einen Klimaschutzmanager eingestellt.

Weitere Bausteine der Stadtentwicklung umfassten die Kultur, aber auch ein regionales, ökologisches und soziales Beschaffungswesen (Faire Kommune), einen jährlichen Tag der Regionen mit 15.000 Besucher, aber auch das Anlegen von Blumenwiesen in der Innenstadt.

Bisping betont abschließend, dass es in jeder Kommune Alleinstellungsmerkmale gebe, die die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt fördern könnten. Stadtentwicklung sei ein Gemeinschaftsprojekt aller Bürger und Bürgerinnen.