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Hallertauer Zeitung 24.09.2008

„Den Stopp-Schalter drücken“

Grünen-Kandidat warnt vor gravierenden Folgen des Klimawandels

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Den Einsatz erneuerbarer Energien forderte Michael Stanglmaier.

Au. Mit dem Thema „Klimawandel“ beschäftigte sich Landtags- Zweitstimmenkandidat Michael Stanglmaier von den Grünen bei einem Vortrag beim Ortsverband Holledau. Der in der Hallertau aufgewachsene Chemiker stellte fest, dass eindeutig die Menschen als Verursacher für den Treibhaus-Effekt und den Klimawandel auszumachen seien.

Die Aussagen von Stanglmaier sollten zeigen, dass erst im Zuge der Industrialisierung eine exorbitante Steigerung des CO2-Ausstoß erfolgt ist. Der Referent betrieb nicht Schwarzmalerei, sondern nannte Fakten aus seiner Sicht. „Wir können uns diesen verschließen und die Augen zumachen, dann verlagern wir das Problem auf unsere Kinder und Kindeskinder. Oder wir reagieren heute so verantwortungsvoll, dass wir zumindest versuchen den Stopp-Schalter zu drücken, soweit dies überhaupt möglich ist“. Als Wissenschaftler erklärte er den wenigen Zuhörern, dass CO2 eine Verweildauer von über 100 Jahren hat. Somit sei der Verbrauch bzw. Ausstoß auf Jahre hin bereits über Gebühr „verbraten“ und den Kindern schon jetzt eine Erblast mit auf den Weg gegeben, die sie gar nicht abarbeiten können.

Dass der Rückgang von Schneetagen oder Gletscherschmelze nicht nur für die Wintersportler ein Problem sein könnte, zeigte Stanglmaier anhand von Postkarten von 1905 und heute auf. Der Schnee habe auch die Funktion, das Sonnenlicht zurückzustrahlen. Das Fehlen verursache eine zusätzliche Wärmespeicherung in den Bergen, welche negative Auswirkungen Wasserregulierung in der Natur bedeute. Diese Entwicklungen spielten sich auch nicht in weiter Ferne ab, sondern zeigten sich ganz deutlich im Zillertal und im Engadin.

Allerdings konnte der Grünen- Politiker auch Tipps geben, die jeder einzelne Bürger umsetzen kann und den Geldbeutel schonen.

Solarthermische Kraftwerke seien, so der Redner, die Energiequelle der Zukunft. Alleine ein Kraftwerk entsprechend der Siedlungsfläche von Deutschland könnte den ganzen Weltbedarf an Strom decken. Hier forderte er internationale Zusammenarbeit, zumal Energie nicht alleine ein Thema von Deutschland oder Europa sei.

Wenn Stanglmaier ein Zurückfahren des Energieverbrauches auf drei Tonnen Pro-Kopf-Verbrauch fordert, erscheint dies erst mal unrealistisch. Das Mittel liegt seiner Aussage nach derzeit bei neun Tonnen, die USA hat aktuell einen Verbrauch von 22, Deutschland von zehn Tonnen, den steigenden Energieverbrauch von den Ländern in Asien noch gar nicht einberechnet. Stanglmaier: „Wir in Europa und Deutschland tun gut daran, uns aktiv für erneuerbare Energien einzusetzen, weil wir unseren Anteil bereits mehrfach verbraten haben. Wir können also gar nicht genug tun für unsere Umwelt, Kinder und Kindeskinder.“