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Moosburger Zeitung 31.07.2008

Zuversicht mit nach Hause genommen

Bewegende Radl-Wallfahrt: Mit der Moosburger Bürgerinitiative gegen Fluglärm nach Maria Thalheim

Moosburg. Knapp 40 Bürger kamen am Samstag zusammen, um im Geiste des Widerstands gegen die dritte Startbahn bei der Radl-Stern- Wallfahrt des Aktionsbündnisses AufgeMUCkt nach Maria Thalheim mitzuradeln. Morgens um 9 Uhr versammelten sie sich zunächst vor der Johanneskirche.

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Andacht vor der Johanneskirche: (v. l.) Alexander und Maren Floß, Michael Stanglmaier und Regina Eckart-Bracher
Volle Fahrt voraus für die Moosburger Wallfahrer

Für die BI Fluglärm über Moosburg sprach Maren Floß ein paar einleitende Worte. Sie hob die Bedeutung eines beständigen und wahrnehmbaren Widerstands gegen den Ausbau des Flughafens München angesichts der Entwicklung des Ölpreises hervor – er lasse die Chancen auf ein Umdenken steigen.

Die Münchner Pastoralreferentin Regina Eckart-Bracher stimmte die Wallfahrer anschließend auf ihren Bittgang ein. Sie fand bewegende Worte dafür, weshalb gerade auch Christen sich im Widerstand gegen eine weitere Start- und Landebahn am Flughafen engagieren. Gehe es doch darum, der Maßlosigkeit einer Expansion um jeden Preis entgegenzutreten, Solidarität zu zeigen mit den Menschen, die befürchten müssen, aus ihrer Heimat verdrängt zu werden.

Auf die Kraft des Religiösen und Spirituellen zu vertrauen und die materiellen Bedürfnisse nicht immer oben an zu stellen, darum gehe es genauso wie darum, die Mitverantwortung als Bürger und Christen zu zeigen, als Zeichen dafür, dass den Menschen der Lebensraum Erde als Auftrag übergeben ist, ein lebenswürdiges Überleben der kommenden Generationen zu sichern.

Zum Abschluss empfingen die Wallfahrer den Reisesegen und machten sich wahrlich gestärkt auf den Weg nach Maria Thalheim. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und so rollte die Gruppe gut gelaunt in flottem Tempo dahin. Die abwechslungsreiche Radlstrecke über Grünseiboldsdorf, Nieder- und Oberhummel, Gaden und Berglern öffnete die Augen für die wunderschöne, aber bedrohte Heimat.

Am Sportplatz in Fraunberg trafen dann alle Bürgerinitiativen zusammen, über 300 Radler kamen sternförmig aus allen Richtungen. In Maria Thalheim wurden die Radl am Ortseingang abgestellt, und in einem beeindruckenden Schweigemarsch zog die mittlerweile auf rund 400 Teilnehmer angewachsene Menschenmenge zur Wallfahrtskirche. Dort fand ein wunderschöner Gottesdienst statt. Für besonderen musikalischen Genuss sorgte der Kirchenchor „Zwischentöne“ unter Leitung von Manuela Steck. Eine Geschichte vom Unkraut, das seinem Widersacher nicht durch Größe und Stärke, sondern durch seine stille Hartnäckigkeit letztlich Respekt und Lebensraum abtrotzt, kam gut an.

Derart „aufgetankt“ stillten die meisten Wallfahrer im Anschluss noch im benachbarten Biergarten Hunger und Durst, ehe sie sich nach und nach wieder auf die Heimfahrt machten – die Zuversicht nahmen sie mit.