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Sepp Daxenberger - Pressekonferenz

Moosburger Zeitung 11.01.2008

Echte Chancen auf ersten Grünen-Landrat

Die Spitzenkandidaten stellten sich den Fragen der Moosburger Zeitung

Moosburg. Der Landkreis Freising spiele eine „Schlüsselrolle“, sei ein „äußerst interessanter Landkreis“ für die Grünen. Daher holte man zum Wahlkampfauftakt mit dem Waginger Bürgermeister und Grünen- Landesvorsitzenden Sepp Daxenberger ein Zugpferd in die Dreirosenstadt. Vor der Veranstaltung stellten sich Daxenberger sowie Bürgermeisterkandidat Dr. Michael Stanglmaier und Landratskandidat Dr. Christian Magerl den Fragen von MZ-Redaktionsleiter Horst Müller und MZ-Mitarbeiter Dr. Niko Firnkees.

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Landesvorsitzender Sepp Daxenberger (2.v. l.), Landratskandidat Dr. Christian Magerl (Mitte) und Bürgermeisterkandidat Dr. Michael Stanglmaier beim Redaktionsgespräch mit Horst Müller (l.) und Niko Firnkees (r.) (Foto: ws)

800 Mandatare haben die Grünen derzeit in bayerischen Kommunen und Landkreisen. Ab dem 2. März sollen es deutlich über 1000 sein, so Daxenberger. Etwa die Hälfte des Zugewinns will man durch Erstaufstellungen erreichen, die anderen 50 Prozent sollen Zugewinne an Sitzen sein. Grüne Politiker seien, wo sie mitgestalten könnten, anerkannt, man wolle nun die Ernte nach rund einem Vierteljahrhundert erfolgreicher Arbeit einfahren.

Dabei schielt man insbesondere auf den Landkreis Freising. Hier haben die Grünen nach eigener Einschätzung echte Chancen, nach der Stichwahl den ersten grünen Landrat in Bayern zu stellen. Achtungsergebnisse erwarte man sich auch in Fürstenfeldbruck, wo der wirtschaftspolitische Sprecher im Landtag, Martin Runge, kandidiert, sowie in Passau. Freising sei aber das heißeste Eisen, an dem man schmiede. Ein Landrat Magerl sei eine Bestätigung der bisherigen Arbeit – auf kommunaler Ebene habe man bereits bewiesen, dass man es könne. Er selbst habe immer darauf gesetzt, alles in „umsetzbaren Schritten“ voranzubringen. Dies zahle sich aus: Sein CSUGegenkandidat von 1996 sei heute im Rathaus der beste Mitarbeiter.

Daxenberger selbst kandidiert nach zwei Perioden nicht mehr. Nach einer dritten Periode sei er über 50, da sei eine Neuorientierung schwer. Zum anderen reizten ihn neue Aufgaben, zumal sich nach einem Dutzend Jahren eine gewisse Routine eingeschliffen habe. Ob sein Nachfolger wieder von den Grünen komme, sei nicht sicher. Zwar habe sich der bisherige Grünen-Fraktionsvorsitzende, der sich nun bewerbe, in seinem Amt bewährt. Allerdings habe sein bisheriger Vize von den Freien Wählern, der ihn während seiner Erkrankung vertreten habe, schon quasi einen Amtsbonus.

Für Moosburg sieht Stanglmaier die Lage nicht ganz so optimistisch: Sein derzeitiger Eindruck spreche nicht einmal für eine Stichwahl. Als zweiter Bürgermeister werde er danach definitiv nicht zur Verfügung stehe – das gehe aus beruflichen Gründen nicht. Einen Vize-Landrat Magerl will der Bewerber Magerl nicht ausschließen. Allerdings wolle er erst das Ergebnis der Stichwahl abwarten, in der er sich sieht.

Mit ein Grund für Daxenbergers Rückzug aus der zeitaufwändigen Kommunalpolitik war seine Krebserkrankung. Eine Änderung seines Lebens habe er dennoch nicht gewollt: Er sei bisher zufrieden gewesen und lasse sich von der Krankheit nicht vorschreiben, wie er leben müsse. In den problematischen Stadien sei ihm jedoch alles „wurscht“ gewesen – der Stoiber-Sturz im letzten Jahr habe ihn kaum interessiert, selbst eine Ministerpräsidentin Pauli wäre kommentarlos an ihm vorüber gegangen. Insgesamt, so der Nebenerwerbs-Biobauer, sei er „nicht mehr ganz so fit und einsatzfähig wie vor fünf Jahren.“

Daxenberger ist auch im Lichte seiner eigenen Erkrankung kein grundsätzlicher Gegner modernster medizinischer Forschungen. Aber man dürfe „der Schöpfung nicht ins Handwerk pfuschen.“ Der Traum vom ewigen Leben bleibe ein solcher, und das sei gut so.

Stanglmaier, selbst forschend, differenzierte zwischen Forschungen, die Erkenntnisse über das genetische Material zugunsten einer klassischen Immunologie auswerteten, von Eingriffen in das Erbgut. Hiergegen gebe es massive religiöse wie ethische Barrieren. Man solle, so der Bürgermeisterkandidat, die Forschung mit embryonalen Stammzellen „nicht aufbauschen“: Sie sei beileibe kein Wundermittel.

Rückenwind für die Landtagswahl erhofft sich Daxenberger von den Kommunalwahlen: Grüne Gemeinde- und Stadträte gäben der Politik ihr Gesicht, nicht Parlamentarier aus dem fernen München. Und wenn man hier gute Arbeit leiste, könne sich sein Traum erfüllen: Bayern solle wie Waging regiert werden. -fi-