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Die Schwarzen Bauchlandungen

Selbst CSU-Politiker sehen einen Vertrauensverlust

Alois Glück, einst Chef-Vordenker der CSU, muss es wissen: »Es war für die CSU eine von Anfang bis Ende schwierige Legislaturperiode «, sagte er im Interview mit dem Münchner Merkur. »Es gab einen Erosionsprozess des Vertrauens in die CSU.«

Tatsächlich: Die CSU hat seit ihrem Wahlsieg von 2003 eine Bauchlandung nach der nächsten hingelegt. Sparkurs, G 8, Verwaltungsreform – schon mit der ersten Regierungserklärung Stoibers zeichneten sich tiefgreifende Konflikte ab. Ihre Politik fand weder Maß noch Mitte, sondern offenbarte, dass die CSU den inneren Kompass verloren hatte. Radikalität und Ratlosigkeit, Größenwahn und Kleingeist: Unter diesen Extremkoordinaten wurden die Pirouette und der Eiertanz zur dominanten Form der politischen Bewegung.

Zum berühmtesten Vortänzer avancierte Stoiber selbst, der sich partout nicht entscheiden konnte, ob er Merkel & Co. in Berlin den Marsch blasen oder doch lieber weiterhin von München aus auf die Pauke hauen wollte. Sein schmählicher Rückzug wurde zum Fanal für seinen Sturz und nährte die Hoffnung, dass das neue Führungsduo Beckstein/Huber die CSU endlich wieder in die alte Sicherheit schunkeln würde.

Doch das Nachfolgetandem patzte in einer Tour: Die Abschaffung des umstrittenen Büchergelds geriet zum peinlichen Rückzug auf Raten, das Nichtraucherschutzgesetz zur Posse ersten Ranges. Die größte Pleite aber leistete sich der Parteichef selbst: Über vier Milliarden stehen bei der halbstaatlichen BayernLB nach schwindligen US-Geschäften im Feuer. Anstatt durchzugreifen, ließ sich Huber von der Bank einen Maulkorb verpassen und vertuschte die Verluste so lange, bis die BayernLB selbst an die Öffentlichkeit ging und er als begossener Pudel da stand. Die viel gerühmte Wirtschaftskompetenz der CSU ist seither ebenso angekratzt wie ihre vermeintliche Verlässlichkeit. Kein Wunder, dass mittlerweile 52 Prozent der Bayern mit der Arbeit der Staatsregierung unzufrieden sind.

Bild: [email protected]