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Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 23.11.2017, 20:00 Uhr, Gasthaus Zur Länd 
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Moosburger Zeitung 16.11.2007

Steigenden Energiepreisen Paroli bieten

100 Prozent erneuerbare Energien: Bürgermeister Gewies über die Vorzeigegemeinde Furth

Moosburg. Der Ortsverband vom Bündnis 90/Die Grünen veranstaltete am Mittwoch im Gasthof zur Länd den Informationsabend „100 Prozent erneuerbare Energien – ist das möglich ?“. Referent war der Bürgermeister der Vorzeigegemeinde Furth, Dieter Gewies. Die Gemeinde Furth ist national und international für ihre Nutzung alternativer Energien bekannt, zahlreiche erhaltene Umweltpreise sprechen Bände. Der Further Gemeinderat hat sich bereits 1999 das Ziel „100 Prozent Erneuerbare Energien“ gesetzt.

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Der Referent und Further Bürgermeister Dieter Gewies (l.) und Grünen-Vorsitzender Dr. Michael Stanglmaier (Foto: re)

In den vergangenen Jahren wurde dafür einiges unternommen. Inzwischen befinden sich auf jedem dritten Further Dach Sonnenkollektoren. Das Biomasseheizwerk am Rande von Furth, die Biogasanlage in Schatzhofen, die jährliche Häckselaktion, die Pflanzaktionen der Jugendgruppen und vieles mehr waren weitere Schritte. Inzwischen stellt Furth 70 Prozent seines Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien her. Dieter Gewies machte deutlich: „Ökologie und Ökonomie gehören untrennbar zusammen.“ Darauf basiere auch das Erfolgskonzept.

Grünen-Vorsitzender Dr. Michael Stanglmaier sagte eingangs: „Die Energiewende ist auch für die Kommunen ein brennendes Thema. Denn die Energiepreise werden die kommunalen Haushalte in Zukunft stärker belasten.“ Er gab zu bedenken, dass die Kommunen zudem eine Vorbildfunktion hätten. Zur Förderung der Energiewende gebe es zahlreiche Möglichkeiten, wie eine entsprechende Bauleitplanung oder Förderprogramme.

Der Further Bürgermeister und Referent Gewies betonte, dass es nicht nur möglich, sondern unbedingt notwendig sei, eine Kommune auf eine 100-prozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien einzustellen.

Gewies zeigte Diabilder von unzähligen errichteten Solaranlagen in Furth. Solarenergie werde sowohl zur Wärmeerzeugung wie auch zur Stromerzeugung genutzt.

Der Referent berichtete auch vom Hackschnitzelheizwerk mit Brennwerttechnik und Solarunterstützung am Rande von Furth, das der größte Energielieferant der Gemeinde sei. Auch rund 30 Further landwirtschaftliche Betriebe hätten inzwischen von Ölheizungen auf moderne Holzheizungen mit Pellets oder Holzhackschnitzel umgerüstet.

Die Gemeinde Furth hat das ehrgeizige Ziel, die erste Gemeinde zu sein, die die neue europäische Wasserrahmenrichtlinie erfüllen würde. Gewies berichtete vom renaturierten Further Bach. Bei einer Pflanzaktion mit Jugendgruppen seien im vergangenen Jahr rund 2000 Bäume gepflanzt worden. Es würden auch jährliche Häckselaktionen zur Energiegewinnung durchgeführt.

Abschließend meinte Gewies, „die allerwichtigste Maßnahme ist aber das Energiesparen“. Er sagte, gerade seine Generation hätte eine Verpflichtung der Umwelt gegenüber, denn die Generation aus der Nachkriegszeit hätte Rohstoffe verbraucht, die Umwelt zerstört und einen großen Schuldenberg hinterlassen. -re-