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Bürgermeister Aufstellung

Moosburger Zeitung 01.12.2007

Lebensqualität wichtiger als Gewinnstreben

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Dr. Michael Stanglmaier steigt bei den Grünen als Bürgermeisterkandidat in den Ring (Fotos: re)

Dr. Michael Stanglmaier geht für die Grünen als Bürgermeisterkandidat ins Rennen

Moosburg. Es gibt einen weiteren Kandidaten für den Chefsessel im Rathaus: Dr. Michael Stanglmaier wurde am Donnerstagabend vom Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen im Gasthaus „Zur Länd“ einstimmig als Bürgermeisterkandidat nominiert. Seine Rede wurde mehrfach vom Beifall seiner Parteifreunde unterbrochen. Kreisrat Toni Wollschläger schlug Dr. Michael Stanglmaier als Kandidat vor. „Michael ist das Herz der Moosburger Grünen. Michael hat die Fähigkeiten fürs Bürgermeisteramt, er ist der richtige Mann.“

Als politisches Ziel formulierte Stanglmaier, die Lebens- und Aufenthaltsqualität in Moosburg zu erhalten und auszubauen. „Das bedeutet ein moderates Bevölkerungswachstum, das den Charakter unserer Stadt erhält und Moosburg nicht in ein explodierendes Dorf verwandelt.“ Stanglmaier forderte deshalb ein durchdachtes Stadtentwicklungsprogramm. Die Attraktivität der Innenstadt müsse wieder gesteigert werden. Hierzu müsse der Autoverkehr reduziert werden. Außerdem sei es eine irrige Vorstellung, „dass eine autogerechte Innenstadt mit den Billigmärkten auf der grünen Wiese mithalten kann. Die Stärken einer Innenstadt sind Qualität und Service, die Stadt ein sozialer Begegnungspunkt.“ Die Innenstadt sei ein Ort, an dem man nicht nur einkaufe, sondern wo man verweilen, Bekannte treffen und die Gastronomie nutzen könne. Das gehe in Degernpoint nicht. Wenn es darum gehe, die Stadt attraktiver zu machen, „ist nicht nur die Politik gefragt, sondern auch die Gewerbetreibenden, die untereinander und mit der Stadt an einem Strang ziehen müssen“.

Ein neues Jugendhaus müsse möglichst zentral gebaut werden und nicht wie von den Freien Wählern gefordert in Degernpoint. „Das ist städtebaulicher Irrsinn.“ Stanglmaier möchte weitere Einrichtungen für Kinder und Jugendliche verwirklichen, wie Bolzplätze oder Streetball- Plätze. Als Bürgermeister wäre es für ihn eine Verpflichtung, zusammen mit dem Jugendparlament entsprechende Freizeiteinrichtungen zu schaffen. Laut Stanglmaier dürften nicht immer nur die Kinder und Jugendlichen von Sportvereinen gefördert werden. Er betonte aber die wichtige Rolle der Sportvereine im sozialen Leben der Stadt. Deswegen würde er im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten auch den Neubau von Sportstätten in Moosburg unterstützen, „die eine vernünftige sportliche Betätigung ermöglichen, aber keine Luxuseinrichtungen darstellen müssen“. Weil die Stadt finanziell nicht in der Lage sei, alle erforderlichen Sportstätten gleichzeitig zu verwirklichen, müsse eine Reihenfolge festgelegt werden. „Ein entsprechender Beschluss wurde von der Stadtspitze nicht umgesetzt“, kritisierte er. Nach den Worten von Stanglmaier soll im Jahr 2008 mit den nötigen Maßnahmen begonnen werden, und zwar mit den Umkleideräumen für Fußballer und 2008 sowie 2009 mit dem Bau eines neuen Eisstadions. Bei den Fußballplätzen sei es möglich, erforderliche Investitionen auf mehrere Jahre zu verteilen.

Verkehrsprobleme möchte Stanglmaier gezielt lösen und nicht verlagern. „Die Vermeidung von überflüssigem Verkehr hat für mich Priorität. Hier wurde auch in den letzten sechs Jahren von der neuen Stadtspitze alles verschlafen.“ Der Bürgermeisterkandidat forderte ein kommunales und betriebliches Mobilitätsmanagement. Dies sollte eines der Hauptaufgaben eines Stadtmarketings sein.

Wenig begeistert zeigte sich Stanglmaier beim Thema Westtangente. „Das Wunder-Allheilmittel Westtangente ist für Moosburg genauso notwendig und sinnvoll wie die dritte Startbahn für den Landkreis.“ Man könne die vielen Millionen Euro, die für die Westtangente nutzlos ausgegeben werden sollen, in sinnvolle Projekte wie das Eisstadion oder ein Haus der Bildung investieren. Stanglmaier forderte, die Trasse

Bahnhofstraße, am Stadion, Westerbergstraße, Münchener Straße vorfahrtsberechtigt auszuweisen und dazu auch die Abbiegung von der Thalbacher Straße in die Bahnhofstraße schnellstmöglich umzubauen, um den Verkehr aus der Innenstadt herauszubekommen. Ferner sprach sich Stanglmaier für eine Fußgängerzone in der Herrnstraße oder einen teilweise autofreien Plan aus.

Natürlich war auch die Klima- und Energiepolitik ein Thema in Stanglmaiers Rede: „Im Frühjahr hat der Kreistag meinem Antrag zugestimmt, dass der Landkreis bis 2035 zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt wird. Dieses ambitionierte Ziel möchte ich auch für Moosburg erreichen.“ Er nannte konkrete Vorschläge wie Photovoltaikanlagen auf den Dächern, hochwertige Energiestandards bei Baugebieten und ein Programm für die energetische Sanierung städtischer Liegenschaften.

Selbstverständlich ist bei einem Grünen-Politiker das klare Nein zur dritten Startbahn: „Mir ist die Lebensqualität in unserer Heimat wichtiger als das Gewinnstreben der Lufthansa.“

Beim Thema Finanzen machte Stanglmaier deutlich, dass er es ablehne, Schulden zu machen. Abschließend meinte er: „Wir brauchen einen Bürgermeister, der sagt, was geht und was nicht. Wir brauchen am 2. März 2008 den Neuanfang, der am 3. März 2002 nicht begonnen hat.“

Die anschließende Nominierung von Dr. Michael Stanglmaier als Bürgermeisterkandidat war nur noch reine Formsache. -re-